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Aktuelles über die Kelly-Inseln

Neustart für Kelly-Insel in Frickenhausen

Nürtinger Zeitung 19.12.2016, von Astrid Fughel/Carolin Schäfer

Offizielle Übergabe des Kelly-Zertifikates an Frickenhausens Bürgermeister Simon Blessing

Das Kelly-Insel-Projekt in Frickenhausen wurde am Freitag wiederaufgenommen. Unter dem Motto „Gemeinsam für ein kinderfreundliches Frickenhausen“ fiel der Startschuss mit Übergabe des Zertifikates an Bürgermeister Simon Blessing.

Das Projekt Kelly-Inseln ist in den vergangenen Jahren in der Gemeinde Frickenhausen etwas eingestaubt. Am Freitag trafen sich in Frickenhausen rund um Bürgermeister Simon Blessing Paul Mejzlik von der Polizeidirektion Reutlingen, Markus Ebert von der Polizei Nürtingen, der Filderstädter Bürgermeister Andreas Koch, die ehrenamtliche Beauftragte des Kelly-Insel-Vereins Anke Lengefeld, die Gemeinderäte Jürgen Haug von der SPD und Martin Gneiting von den Freien Wählern sowie der Ansprechpartner der Kelly-Inseln in Frickenhausen, Gerhard Franke.

Gemeinsam wollen alle Beteiligten mit einer Auffrischung des Kelly-Projektes für ein kinderfreundliches Frickenhausen sorgen. Das Vorhaben soll „neu gestaltet, modernisiert und wieder in die Öffentlichkeit gebracht werden“, so Blessing. Dazu wurden neue Flyer entworfen und auch im Rahmen der polizeilichen Prävention werden weiterhin Aktionen in Schulen und Kindergärten stattfinden. „Diese Aktionen sind in der Vergangenheit bei Kindern und Eltern gut angekommen“, sagte Markus Ebert von der Polizei Nürtingen. Dafür werden Kinder und Erwachsene über wichtige Verhaltensregeln zum Schutz vor Gewalt und über die Bedeutung der Kelly-Inseln aufgeklärt.

Die Kelly-Inseln sind öffentliche Anlaufstellen für Kinder bei großen und kleinen Notfällen. Diese Hilfestellen geben den Kindern das Signal, dass ihnen dort geholfen wird. Zu erkennen sind teilnehmende Geschäfte und Betriebe an einem Zertifikat, das auf Kinderaugenhöhe mit dem Logo des Vereins am Eingang hängt. Das stellt eine Polizeikelle dar, die zu einer Palme umgestaltet und auf eine Insel gesetzt wurde. Bei den teilnehmenden Geschäften und Betrieben handelt es sich um gut zugängliche Einrichtungen wie Apotheken, Metzgereien, Bäckereien, Kindergärten und Behörden.

Anstoß für die Anlaufstellen war ein tragischer Kriminalfall im Jahr 2000 in Filderstadt. Ein sechsjähriges Mädchen wurde auf dem Schulweg von einem Triebtäter missbraucht und anschließend ermordet. Als Reaktion darauf wurde der Verein Kelly-Insel gegründet.

Bereits 2009 wurde der Kooperationsvertrag zwischen dem Verein Kelly-Inseln aus Filderstadt, der Gemeinde Frickenhausen und dem Polizeirevier Nürtingen geschlossen. Damals beteiligten sich zum Start, in allen drei Ortsteilen der Gemeinde, 35 Geschäfte und Betriebe an der kommunalen Kriminalprävention zum Schutz und Wohl der Kinder. Wobei die Zahl auf mittlerweile 50 Teilnehmer gestiegen ist. Diese Zahl soll auch in Zukunft durch das Verteilen von Flyern und Buttons und den Ausbau der Internetpräsenz steigen.

Der Faktor „Hinsehen“ spielt eine wesentliche Rolle
Um eine Kelly-Insel zu werden, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Neben öffentlichen Einrichtungen können auch privat geführte Geschäfte oder Betriebe Kelly-Insel sein, wenn sie zum Beispiel ebenerdig und direkt zugänglich sind. Außerdem muss ein Antrag gestellt werden, der von der Polizei geprüft wird. Der Antragsteller muss verantwortliche Personen benennen und sein Personal über die Zertifizierung als Kelly-Insel und die damit verbundene Aufgabe entsprechend informieren, um den Kindern bestmöglich in Notsituationen zu helfen.

Dabei spielt der Faktor „Hinsehen“, so Paul Mejzlik, eine wesentliche Rolle. Es sollten nicht nur zertifizierte Geschäfte eine Anlaufstelle für die Kinder sein. Anke Lengefeld fügte hinzu, dass „dieses Umdenken in unserer Gesellschaft stattfinden muss, damit jedem geholfen wird, der Hilfe benötigt“.

Schlussendlich ist das Engagement aller Mitmenschen gefragt, wenn jemand Hilfe benötigt, ob sie Mitglied des Vereins sind oder nicht. Die Gemeinde will das Bewusstsein der Bürger wieder wecken, um „gemeinsam Halt zur Gleichgültigkeit, zum Wegsehen und zur Hilflosigkeit zu sagen, zum Wohle unserer Kinder“, betonte Bürgermeister Blessing.

Setzen sich für das "Kelly-Projekt" in Frickenhausen ein: (von links) Gerhard Franke, Markus Ebert, Anke Lengefeld, Andreas Koch, Simon Blessing, Paul Mejzlik, Martin Gneiting und Jürgen Haug vor dem Rathaus der Gemeinde.